Wasser passt, weil nämlich Jesus Wein aus Wasser macht. Habt ihr die Geschichte gehört? Kennt ihr, ne? Jesus macht aus Wasser Wein, deswegen war der Einstieg gut und der führt uns hin zu der Flüssigkeit, um die es jetzt geht, nämlich um Wein, aber nicht nur um Wein, sondern auch noch um was anderes. Ich würde gerne mit euch ein Gleichnis anschauen heute Morgen. Das steht in allen Evangelien, außer bei Johannes, wie das so oft ist. Johannes hat sein eigenes Ding gemacht, die anderen drei haben das Gleichnis. Und wie ihr seht, es geht um Wein, nicht um Wasser. Und jetzt wollen wir das gerne mal zusammen lesen. Die Folie müsste auch da sein. Da steht in Lukas 5, 33 bis 39. Da steht, die führenden Männer Israels kritisierten Jesus, weil seine Jünger aßen und tranken statt zu fasten. Die Jünger von Johannes dem Teufel fasten und beten häufig, erklärten sie. Und die Jünger der Pharisäer genauso. Wie kommt es, dass deine Jünger nicht fasten, sondern essen und trinken? Jesus fragte zurück, fasten etwa die Hochzeitsgäste, während sie mit dem Bräutig am Feiern. Eines Tages wird er, der Bräutigam, ihnen weggenommen werden und dann werden sie fasten. Und er gab ihnen folgendes Gleichnis. Niemand reißt oder schneidet, kann man auch übersetzen, ein Stück Stoff aus einem neuen Kleid, um damit ein altes zu flicken. Denn das neue Kleid wäre zerrissen und der Flicken würde nicht zu dem Alten passen. Und niemand füllt neuen Wein in alte Schläuche. Der neue Wein würde die alten Weinschläuche platzen lassen. Der Wein würde verschüttet und die Schläuche wären verdorben. Neuer Wein gehört in neue Schläuche. Aber keiner, der alten Wein trinkt, scheint neuen Wein zu wollen, denn er sagt, der alte ist besser. Ich finde es witzig, wie Jesus ein bisschen ernüchternd das endet in Richtung seiner Zuhörer. Wenn ihr euch vorstellt, wie die Pharisäer mit ihm da standen und Jesus hat gesagt, ich habe etwas Neues, aber manche Leute wollen wohl nichts Neues. Und wen Jesus mit dem Bräutigam gemeint hat, das wussten die auch. Weil im Alten Testament, und gerade bei den Propheten, sagt Gott, ich bin der Ehemann Israels und ich komme und will meine Braut Israel holen und will sie heiraten. Und wenn er sich dann in der dritten Person als Bräutigam bezeichnet, dann wussten die, Moment, was? Bräutigam? Meint er sich oder was? Gehen wir mal einen Schritt zurück. Jesus wird gefragt, warum fastest du nicht? Wir sind ja auch jetzt gerade in der Fastenzeit am Anfang, da gehen wir gleich noch kurz drauf ein. Aber Jesus wird gefragt, warum fastest du nicht? Und deine Jünger, die vom Johannes, dem Täufer, die fasten und die von den Pharisäern, die jünger, fasten auch. Und Jesus und die Pharisäer sind aus unserer Sicht heute sehr weit voneinander weg, so wie wir die Bibel lesen. Aber in der damaligen Zeit waren die Pharisäer und Jesus eigentlich, die galten beide als strenge rabinische Lehrer. Und deswegen hat man die auch so ein bisschen in einen Topf geworfen. Und wir lesen es heute aber so, Pharisäer gegen Jesus. Aber ganz so war es nicht aus der damaligen Zeit gesehen. Jedenfalls fragen die den, warum fasten die nicht? Und dann, ja es ist interessant, Jesus und sein Jünger fallen anscheinend eher durch Essen und Trinken und durch Feiern auf. Das kommt ja öfter vor. Jesus wird ja auch als als Fresser und Weinsäufer bezeichnet von den Pharisäern. Das ist sympathisch und das zeigt, deutet so ein bisschen darauf hin, wie Jesus und seine Leute unterwegs waren. Und das finde ich schön. Also Fasten war der Inbegriff von geistlichem Leben im damaligen Israel. Und wir sind ja in der Zeit, in der wir gerade hier sind, wo dieses Gespräch stattfindet. Wir sind ja nicht irgendwie im Neuen Testament, auch wenn wir in unserer Bibel auf den Seiten des Neuen Testaments sind. Aber eigentlich sind wir ja mitten im Alten Testament oder sagen wir am Ende des Alten Testaments. Für Israel war klar, der Messias kommt irgendwann. Wir warten auch schon hunderte Jahre darauf. Aber noch kommt er nicht. Gott ist still. Aber eigentlich steht Jesus, der Messias, der Bräutigam direkt vor ihn. Wenn ihr euch das mal vorstellt, hunderte Jahre wartet man auf so jemanden und dann ist er plötzlich da als ganz einfacher Mensch. Steht er vor einem. Ich habe da bei aller Kritik, die man auf die Pharisäer immer so ein bisschen hat heutzutage, kann ich gut verstehen, dass die ihre Probleme hatten damit, das einfach zu akzeptieren. Dass da jetzt einer steht, ganz normaler Jude, so wie sie auch, Israelit, kein großer König, ein ganz normaler Mensch und der sagt auf einmal von sich, dass er der Bräutigam ist, der Bräutigam Israels, dass er der Messias ist, der Sohn Davids. Das ist einfach in dem Moment zu viel. Wie kann ein Mensch das von sich behaupten? In Vers 34, wenn wir die Antwort angucken, er sagt Jesus zu denen und da bezeichnet er sich eben als Messias und er sagt, ich bin schon da im Grunde, der Bräutigam ist schon da und er verweist auf die Propheten, damit indirekt und für die Zuhörer, wie ich eben gesagt habe, war klar, der bezeichnet sich gerade als der Messias, weil niemand kann sich als Bräutigam bezeichnen und als jemand, der zu Israel als Bräutigam kommt, außer der Messias. In Vers 35 und das ist alles so ein bisschen hinführend zu dem Gleichnis, sagt Jesus, in jenen Tagen werden sie fasten. Er sagt, ja okay, fasten ist gut. Wir werden auch fasten, aber nicht jetzt, weil jetzt bin ich ja noch bei euch. Wenn ihr euch mal vorstellt, ihr seid auf einem Hochzeitsfest und setzt euch dahin und sagt, ich faste heute, ich kann nichts essen und nichts trinken, dann kannst du nicht an irgendeinem anderen Tag fasten. Wäre ja auch noch gut. Warum musst du heute fasten? Heute ist Hochzeit. Es passt überhaupt nicht. In jenen Tagen, das können wir jetzt nicht letztendlich klären, ich will es nur kurz ansprechen, in jenen Tagen, manche sagen, das sind diese wirklich diese wenigen Tage, wo Jesus im Grab liegt, gekreuzigt und wo die Jünger denken, jetzt alles vorbei. Da sagen viele Ausleger, das ist die Zeit, wo man wirklich noch gefastet hat. Und andere sagen, und so dachte ich eigentlich bisher auch, wir warten ja auf Jesu Wiederkommen. Also Jesus ist zwar in uns, lebt in uns durch den Heiligen Geist, aber wir warten ja auch schon auf das Wiederkommen Jesu. Also leben wir seit 2000 Jahren in einer Zeit, wo wir auch in jenen Tagen leben könnten, wo gefastet werden kann. Das sind die zwei Richtungen, das will ich jetzt nicht auflösen, sondern ich will gern zu dem Gleichnis kommen. Wir können darüber dann später nochmal diskutieren. Ja, Jesus kommt dann mit dem Gleichnis und man denkt, er will es jetzt irgendwie klarer machen, aber irgendwie, ich weiß nicht, ob es für die Leute klarer geworden ist. Er sagt, das ist so, wie wenn man neue Klamotten macht, und das war ja damals so, die Leute mussten das selbst weben, die haben erstmal aus Wolle einen Garn gemacht und dann haben sie das auf einem Webstuhl zu einem großen Stoff gewebt. Das hat Monate oder vielleicht sogar Jahre gedauert, je nachdem, wie viel Arbeit man da reinstecken wollte und wie fein diese Kleidung sein sollte. Das sagt uns heute vielleicht weniger, aber man kann sich vorstellen, wie viel Arbeit das war. Wenn wir uns vorstellen, wir gehen in den Jeans-Laden, kaufen uns für 80 Euro eine Jeans und dann schneiden wir da so ein großes Stück raus und nähen das auf unsere Arbeitshose, die vorne so ein bisschen zerschlissen ist oder an den Oberschenkeln so, da nähen wir das jetzt drauf. Das wäre total Wahnsinn. Das ist für uns, das macht total Sinn, wenn man sich das so vorstellt, man kauft eine neue Jeans oder ein neues Kleid und dann flickt man damit so die alte Arbeitshose. Ne, das macht keinen Sinn. Und ja, ich habe gesagt, machen. Eigentlich sagt man das, wenn ihr am Mikrofon seid, könnt ihr sagen, das ergibt keinen Sinn. Ich sage das anders. Das ist schon mal ein Teil von dem Bild. Das andere Bild ist der neue Wein in neue Schläuche. Damals wurde Wein in Leder eingenäht. Man hat also Lederhaut genommen, da wurde dann eine Tierblase reingenäht und dann hat man dort, also die wurde natürlich gewaschen und dann wurde da der Wein reingefüllt, damit das richtig dicht ist. Einfach nur Leder zusammennähen, da läuft das Zeug raus. Also das war viel Arbeit, das war keine Massenproduktion von vielen Flaschen, wo das abgefüllt wurde. Auch das war richtig harte Arbeit. Und Jesus sagt zu den Leuten, man benutzt oder man nimmt unbenutzte Schläuche, neue Schläuche, neue Weinschläuche aus neuem Leder, damit man dort neuen Wein reinmachen kann. Warum? Weil die, das neue Leder, da ist noch Flüssigkeit drin und das kann sich noch ausdehnen. Also neues Leder, das verändert sich ja und das wird entweder ausgedehnt oder das kann sich in verschiedene Richtungen bewegen und wenn so eine Alkoholgärung da stattfindet aus Fruchtzucker und falls es mal jemand gesehen hat, das blubbert und das atmet, sagt man auch, da entstehen Gase und ja, da ist richtig in dieser Flüssigkeit was los und da muss sich das Gefäß mitbewegen. Wenn das nicht passieren würde, wenn man das in alten Schlauch macht aus altem Leder, dann würde das platzen, weil dieses Leder, das härtet aus und dann ist das gar nicht mehr beweglich. Wenn ihr euch irgendwie aus Leder was vorstellt, was schon Jahrzehnte alt ist, das ist steinhart, da bewegt sich nichts mehr. Der Weinschlauch ist also die Hülle und die Form und der neue Wein und deswegen ist interessant, dass eben Wasser kam, weil Jesus verwandelt Wasser in Wein, das ist wirklich eine gute Hinführung gewesen und der Wein ist der Inhalt. So viel zu dem Zusammenhang und was kann uns das jetzt sagen? Wie eben schon angeklungen ist, hat Israel damals ganz klar gesagt, wenn wir die Gebote halten, werden wir errettet. Wenn wir gut leben, dann wird Jahwe uns unsere Sünden vergeben. Wenn wir den Sabbat halten, wenn wir die Gebote halten, die mit das Wort, wenn wir das heute noch machen, dann wird Gott uns erretten und das ist heute immer noch so in Israel. Da stehen in Jerusalem, in Tel Aviv, da stehen gläubige Juden, orthodoxe Juden auf der Straße und die rufen wirklich aus, haltet den Sabbat, dann kommt der Messias. Das rufen die heute noch und sie wollen Säkulare, nicht gläubige Juden dazu bewegen, mal diese Gebetsriemen anzulegen oder eine Kippa zu tragen und ein Gebet zu sprechen, weil das eben eine von diesen religiösen guten Taten wären und die glauben, wenn sie möglichst viele ungläubige Juden dazu kriegen, diese Gebote zu halten, dann kommt der Messias schneller oder dann kommt der überhaupt. Also das ist eine Überzeugung und wenn man mal in Israel war, heute oder auch damals, man weiß niemals werden alle Menschen alle Regeln einhalten oder gut leben. Das ist ein sehr verzweifeltes Ziel. Und viele Stellen waren damals bekannt, man wusste über den Messias und man hat es aber nicht so richtig angenommen, man hat es nicht so richtig gelesen und verstanden. Ihr wisst das, die Pharisäer wurden ja gefragt, wo soll denn Jesus geboren werden und haben sogar gesagt, er soll da geboren werden in Bethlehem und irgendwie ist das Verhalt. Und ja, die tiefere Bedeutung von diesem Gleichnis, was will das allgemein sagen, was will das, man sagt heilsgeschichtlich sagen, die Folie bleibt erstmal. Jesus kommt und macht klar, ich will nichts reparieren, sondern ich will alles neu machen. Der Geist Gottes, der Wein, und Wein ist wirklich ein Bild für den Heiligen Geist, so wie Wasser. Der Geist Gottes kann nicht in ein altes System einziehen und das irgendwie beleben. Der neue Wein des Heiligen Geistes kann nur in eine ganz neue Schöpfung eingegossen werden und die Kleidung, ja wie war das mit dem Bild von der Kleidung, die Gerechten in einem anderen Gleichnis, an das ihr euch vielleicht erinnert, die Gerechten auf dieser Hochzeitsfeier, die hatten alle weiße Kleidung an und dann gab es diesen einen, der hatte keine Kleidung an von dem Bräutigam und in dem Gleichnis, was Jesus da erzählt, da wird dieser Hochzeitsgast rausgeworfen. Also das Bild von diesem neuen Wein und den neuen Kleidern, das hat auch viele Querweise zu anderen Gleichnissen und gerade mit der Kleidung ist das interessant, wie das auch damals in Israel war, dass die, wenn man auf einer Hochzeit war von einer reichen Person, dann hat man dort den Dresscode, den hat man nicht vorgegeben bekommen und man musste sich dann so gut anziehen danach, wie es ging, sondern man hat ein Gewand bekommen von diesem Hochzeitsgastgeber, also bei reichen Leuten war das so und dann musste man das anziehen, man durfte nicht das anziehen, was man selbst anhatte. Das ist eine gute Erklärung für das, was Jesus hier sagt, weil er sagt, wenn ihr zu der Hochzeitsfeier kommt, zu meiner Hochzeitsfeier, dann könnt ihr nicht eure eigenen Klamotten anziehen, eure eigene Gerechtigkeit, eure eigenen guten Taten, sondern dann müsst ihr das anziehen, was ich euch gebe, diese neue Kleidung und ihr könnt auch nicht das, was ich mache, irgendwie zerschneiden und dann auf eure Sachen draufkleben und eure Sachen irgendwie versuchen zu flicken mit dem, was ich gebe. Entweder nehmt ihr meine Sachen komplett neu oder gar nicht, eins von beidem. Die Gnade Gottes, dass wir mit unseren Bemühungen nichts erreichen und trotzdem mehr bekommen können, als wir uns vorstellen, das sprengt und zerfetzt die alten Weinschläuche und das sprengt die Vorstellung von den Menschen damals in Israel. Man könnte sagen, als Essenz, als absoluten, ja, das, was man an Bedeutung rausziehen kann aus diesem Gleichnis für uns heute und für die damalige Zeit und für alle Zeiten ist, dass Jesus nicht nur den neuen Wein bringt, sondern er ist der neue Wein. Jesus selbst ist der neue Wein. Paulus sagt an einer Stelle, dass er das Evangelium predigt und der Inhalt des Evangeliums ist Jesus selbst. Er ist der neue Wein. Ich will eine Übertragung wagen von dem Gleichnis. Es gibt diese große, für alle Zeiten gültige Bedeutung, dass heilsgeschichtlich, dass die Zeit von Gesetze halten, von Regeln einhalten, mit Jesus vorbei ist. Das Gesetz kam durch Mosu und die Propheten, aber Gnade und Wahrheit und Liebe kam durch Jesus. Steht so in der Art in einer anderen Stelle und das gilt für uns heute immer noch. Wenn wir jetzt aber mal von Israel ein bisschen weggehen und uns die letzten 2000 Jahre Kirchengeschichte angucken, dann sehen wir, dass die Gemeinde von Jesus genau die gleichen Fehler gemacht hat wie Israel damals, bis heute. Und wer schon eine Zeit lang in der Gemeinde unterwegs ist und wer so ein bisschen was erlebt hat, was so in Gemeinden passiert, der weiß, der weiß, was ich meine. Das haben wir schon immer so gemacht. Nö. Hä? Was? So? Änderung? Was Neues? Das ist jetzt aber unangenehm. Das ist schwierig. Wir sind Teil von einer weltweiten Gemeinde. Wir sind Teil dieser Kirchengeschichte und ich bin ganz dankbar, dass wir als Ansgar, das habe ich mich bei der Vorbereitung gelernt, wir sind als Ansgar-Kirche, stehen wir in einer Tradition, Tradition hört sich böse an, aber in einer geistlichen, guten Tradition, nämlich von genau diesem Gleichnis. Und das wusste ich nicht, als mir das in den Sinn kam, dieses Gleichnis heute hier mit euch zu besprechen. Das habe ich dann erklärt bekommen, dass als der Wolfram Kopfermann die Ansgar-Kirche Anfang der 90er, Ende der 80er gegründet hat, hat er auch dieses Gleichnis gehabt. Das war nicht nur für die Ansgar-Wetzlar, sondern für die ganze Ansgar. Und das ist schon mal super, da hatte ich keine Ahnung bisher. Und hier sehen wir, dass auch in der Kirchengeschichte genau das Gleiche nötig war. Was Gott damals vor über 30 Jahren gemacht hat, das hat auch nicht in die Formen und in die vorgegebenen Maße von dem gepasst, was damals an Kirche, an Struktur, an Form, man könnte sagen als Weinschlauch, war. Diese Schläuche, die waren verhärtet und die waren nicht mehr anpassungsfähig. Da hat, da ist eine Erweckung gekommen und da hat es richtig gegährt, da hat es geprodelt. Da hat sich was ausgedehnt und Platz gemacht, was aber von der Form gar nicht anpassungsfähig war und sich gar nicht mitdehnen konnte. Ja, wir haben das in unserer DNA, das ist schön und gut, das sind 30 Jahre auch her, aber wenn wir darauf jetzt rumreiten würden, würde uns das wenig bringen. Dann wären das schöne Geschichten, wo man sich dann gut fühlen kann und wo man mit glasigen Augen drauf zurückguckt. Und dann haben wir unsere eigene Kirchengeschichte, wo sich unsere Schläuche vielleicht verhärten und wo wir vielleicht alte Kleider flicken wollen. Und Gott sagt eigentlich, ich habe was Neues. Flickt nicht euer altes Zeug, sondern nehmt das ganz Neue. Ja, wir leben und bauen Reich Gottes heute in Wetzlar 2023 und ich denke, ihr wisst, worauf ich hinaus will. Ich denke, dass Jesus uns fragt, seid ihr bereit, die alten Schläuche und die alten Klamotten loszulassen und Neues zu empfangen? Seid ihr bereit dafür? Oder habt ihr, und das kann natürlich sein, habt ihr die Hände so voll mit dem alten Zeug, dass die Hände beschäftigt sind, irgendetwas festzuhalten? Wollt ihr was Neues nur, um das Alte zu reparieren? Das sind Sachen, die Martin Luther vor über 500 Jahren leidvoll in die Gemeinde, in die Kirchengeschichte eingebracht hat und damit ist es aber auch nicht beendet, sondern wir müssen uns das heute auch fragen. Es gibt so eine alte Geschichte von, das heißt die Geschichten unter dem Buyu-Baum. Das sind so ganz alte Geschichten, die habe ich in der Jungschah gehört früher und da gibt es so Tiere, Safari-Tiere und das sind immer so Übertragungen und da sind zwei Affen, die sind ziemlich frech und die fangen immer schön an die Geschichten, aber dann enden die relativ grausam oder dunkel. Jedenfalls, ich will kurz erklären, fällt mir gerade, nee vielmehr vorher schon ein, aber das sind zwei Affen und die kommen dann und die finden so ein Gefäß, so eine Flasche, so ein Kanister und da sind Nüsse unten drin und der eine greift da rein und packt sich die Nüsse und will die rausziehen und dann bleibt er hängen in diesem Kanister und dann sagt der andere Affe, nee du musst loslassen, lass diese Früchte da los, die da drin sind, sonst kommst du nicht frei und der, nein aber das ist gut was da drin ist, ich halte das jetzt fest, das ist richtig gut und dann bleibt er aber in diesem Gefäß hängen und das Gefäß ist festgebunden an einem Baum und das ist wohl, so habe ich dann gehört, gelesen, die Art und Weise gewesen, wie man dort in der Savanne Affen gefangen hat. Man hat die nicht irgendwie in eine Falle gelockt, sondern die haben sich selbst gefangen, indem sie diese Nüsse festgehalten haben und nicht mehr aus diesem Gefäß raus kamen und das was in diesem Gefäß drin war, war ja gut, das war ja nichts schlechtes, dazu komme ich später noch, aber das könnte ich im Hinterkopf behalten, die sind auf jeden Fall, die haben sich selbst dadurch gefangen und so sind wir auch in der Gefahr, dass wir etwas festhalten, was eigentlich gut ist und was aber, wenn wir es nicht loslassen, uns gefangen nimmt. Ja, jetzt können wir glaube ich einmal klicken. Wir bewegen uns, das ist mir bewusst so ein bisschen von dem Gleichnis weg, aber wir sind da dran und es geht wirklich darum, sich zu fragen, was halte ich fest, was hindert mich neuen Wein und neue Kleider zu empfangen und ich will jetzt gerne bei dieser Folie kurz bleiben, ihr könnt die lesen, ich denke eine Sache, die ich sehe in unserer Geschichte und die ist eigentlich die Geschichte von jeder Gemeinde, die ich bisher kennengelernt habe, von jeder Gruppe von Menschen, das ist hier nichts besonderes, was jetzt, oh jetzt ist hier, was ist denn hier los und so, sondern das sind gerade normale Dinge, nur was ich oft erlebt habe in Gemeinden ist, dass ich eben nicht damit auseinandergesetzt wird und dass das eben überdeckt wird und dass man lieber den Flicken drüber macht von dem neuen Kleid auf das alte drauf, anstatt alles wegzuschmeißen und das zu nehmen, was neu ist. Was könnten wir versuchen, zu überdecken mit so einem Lappen von neuem Kleid? Verletzungen, entweder durch Entscheidungen der Gemeindeleitung früher und heute, so ein Aspekt ganz konkret, dem ihr eingefallen ist, ihr könnt das erstmal einfach so sehen oder auch ganz allgemein Dinge, die gesagt wurden und die im Kopf hängen geblieben sind, die ja, die die dazu geführt haben, dass man immer wieder um dieselben Dinge kreist, was der damals, was die damals gesagt hat, oh nee, das geht gar nicht und das trägt man mit sich rum und das kann Bitterkeit hervorbringen und das kann diese Wurzel, diese Wurzel der Bitterkeit, von der Paulus redet, da können Sachen dran wachsen, die nicht schön sind. Das Zweite sind ähnlich Enttäuschungen und Gutes aus der sogenannten guten alten Zeit. Was kann uns zurückhalten, Neues anzunehmen? Die gute alte Zeit, die ist manchmal sogar gut gewesen, wie ich gerade bei dem, bei diesem Bild mit diesen Affen gesagt habe, die halten etwas fest, was eigentlich gut ist. Es gibt aber auch Dinge, ja, die sind einfach gar nicht gut. Die denkt, da denkt man nur, die wären gut und ja, das können Ideen sein, die nicht gehört oder nicht umgesetzt wurden. Ich habe so einen Satz im Kopf, den ich mal vor einiger Zeit gehört habe, so ja, das wollt ihr machen in der Zukunft, in der Vision, da haben wir früher schon drüber geredet, da haben wir schon früher drüber geredet, das hat früher schon nicht geklappt. Ich weiß ganz ehrlich nicht, wer das war, ganz ehrlich, ich habe das nur noch im Kopf, ich habe das definitiv gehört und ich will damit, falls sich jemand angesprochen fühlt, ich will damit nicht irgendwie den Finger zeigen, sondern das sind legitime Gefühle und Reaktionen, die kann man haben, wenn man über so was redet, wie Sabine es eben angedeutet hat, dass wir in die Zukunft gehen wollen mit einer Vision, dass wir Ideen haben und für manche hören die sich vielleicht gar nicht neu an und das stimmt, wir haben das Rad nicht neu erfunden, aber wir wissen, dass Gott eine neue Richtung oder eine veränderte Richtung einschlagen will für die Zukunft und dass es eben nicht in diese Richtung geht oder in diese, sondern in diese und da ist vieles von dem, was wir auf dem alten Weg gegangen sind, gar nicht falsch oder schlecht gewesen, aber es geht nun mal in hinsichtlich dieser und jeder Sachen einfach in eine andere Richtung weiter. Von daher, ja, Ideen. Das andere ist, für die, die charismatisch mehr zu dem, ich sag mal, zu der Fraktion gehören, die damit was anfangen können, prophetische Worte, die sich nicht erfüllt zu haben, scheinen. Ich hab das auch mitbekommen, dass Menschen enttäuscht sind, aus der Gemeinde auch weggegangen sind und das ist jetzt meine Wahrnehmung, ich kann da auch falsch liegen, aber allgemein stimmt das mit Sicherheit, dass man denkt, oh, wir hatten doch das und das prophetische Wort über die Gemeinde, wir hatten doch die und die Aussagen, warum ist das denn alles nicht passiert, warum ist das nicht so gekommen. Auch das, das sind ganz, ganz verständliche und legitime Enttäuschungen und nachvollziehbare Enttäuschungen über Vorstellungen, die da waren, die man nicht gesehen hat, dass sie in Realität kommen, aber die Sache ist, so verständlich das ist, so sehr kann das eben diese alte Weinschlauch sein oder diese alte Klamotte und genauso wie die Führer Israels, die Pharisäer damals so toll fanden, ihren Gottesdienst, wie sie den gefeiert haben, mit dem Tempel und mit dem Tieropfern und alles, das war richtig pompös und Jesus kommt, ich reiße den Tempel ab und baue den in drei Tagen wieder auf und der und die was? Und genau so kann Gott auch, glaube ich, heute zu uns reden und wir denken, was? Alles, was wir aufgebaut haben, soll falsch gewesen sein oder wie? Aber das muss es nicht gewesen sein. Aber es kann trotzdem sein, dass es alt ist, dass es seine Zeit hatte und dass es Zeit ist, das loszulassen. Es gibt einen interessanten Vers im Predigerbuch, da steht, sprich nicht, es ist Prediger 7, Vers 10, sprich nicht, wie kommts, dass die früheren Tage besser waren als diese, denn dies fragst du nicht in Weisheit. Den habe ich mal meiner Oma vorgelesen, die war eine fromme Frau, die auch die Bibel kannte und irgendwie den Vers, den habe ich vorgelesen und sie war verwundert, dass das wirklich in der Bibel steht. Ja, sprich nicht, wie kommts, dass die früheren Tage besser waren als diese, denn du fragst das nicht in Weisheit. Das ist höflich ausgedrückt, du fragst das nicht in Weisheit. Ich weiß nicht, wie es im Urtext da steht, aber wir lassen es mal so. Ja, wenn ihr das durchleset, was auch immer euch das sagt, ich will, mach zwischendurch schon Pausen, damit man drüber nachdenken kann und ich will auch gleich irgendwie, dass wir einfach im Gebet darauf antworten und deswegen will ich das ein bisschen wirken lassen. Altes loslassen und neues Empfangen, aber wie? Jetzt können wir weitermachen. Aber wie? Also es ist sicher der richtige erste Schritt, wenn man zu Gott kommt, wenn man zu Jesus kommt im Gebet und sagt ihm diese Sachen alleine. Das ist auf jeden Fall das Richtige, wie man das anwenden kann, sollte. Es ist aber aus meiner Sicht nur der erste Schritt. Und so schwer das wirklich sein mag und ich spreche da schon aus Erfahrung, aber allein in meinem Kämmerlein kann ich vieles zu Gott bringen und Gott hört das auch. Aber Jesus sagt, die Gemeinde ist mein Körper und die Gemeinde ist nicht nur eine Repräsentation von Jesus, sondern Jesus setzt sich gleich im Neuen Testament mit der Gemeinde. So einen hohen Stellenwert hat Gemeinde im Neuen Testament, dass Jesus zu Paulus sagt, warum verfolgst du mich, als Paulus die Gemeinde verfolgt. Jesus sagt, warum verfolgst du mich, das ist gerade nur ein Beispiel, um das zu illustrieren. Aber es ist schwer, etwas vor Menschen in der Gemeinde, vor Gemeindeleitung vielleicht, mit den Ältesten gemeinsam auszusprechen. Das ist schwer, aber es ist aus meiner Sicht der notwendige Schritt, um Dinge loszuwerden, um Enttäuschungen, um Verletzungen wirklich abzugeben, die ans Licht zu bringen. Am Licht sind sie, wenn sie offen ausgesprochen sind, in der Gemeinde. Davon bin ich überzeugt. Dafür braucht es natürlich Vertrauen. Das ist eine Sache, die ist real schwierig, aber dafür wollen wir die nächsten Tage offen sein. Sabine hat das eben gerade angedeutet. Wir wollen die nächsten Wochen hier in der Gemeinde sein. Wir wollen einfach ansprechbar sein. Ihr dürft das dann nachlesen in den Briefen, wann wir hier sind. Wir wollen das nicht nur predigen und dann gehe ich und dann ist das wieder so. Nächste Woche kommt die nächste predigt, sondern wir möchten euch wirklich einladen in der kommenden Woche. Nur wenn ihr das möchte, das muss sich dann niemand jetzt irgendwie was ausdenken, aber gebt es auch gerne weiter, dass wir dafür offen sind, dass das, was jetzt hier gesagt wird, dass das auch umgesetzt wird und auch in irgendeiner Weise Praxis wird. Zum Schluss sagt Jesus in Vers 39, keiner, der alten Wein trinkt, scheint neuen Wein zu wollen, denn er sagt, der alte ist besser. Ja, ich habe es eben schon gesagt. Das ist so ein Augenzwinkern, was Jesus da so hatte, aus meiner Sicht, wenn ich mir das vorstelle. Und er sagt, will wohl keiner was Neues, das alte scheint besser zu sein. Wenn ich will, der hat schon. Das waren die Pharisäer, aber wir wollen ja keine sein, sondern wir wollen ja und wir sind Gemeinde von Jesus. Und ja, der Vers steht auch für uns da, den müssen wir beachten. Wir stehen nämlich auch in der Gefahr zu sagen, das, was früher war, das gefällt mir eigentlich besser. Das schmeckt mir besser. Das geht besser runter. Das ist irgendwie junger Wein, der ist so ein bisschen fruchtig und vielleicht so ein bisschen, da ist nicht so eine tiefe Note drin, nicht so eine, der ist nicht so ehrwürdig, sondern da ist irgendwie, ja, der ist vielleicht ein bisschen spritzig und ein bisschen fruchtig und das ist nicht so jedermanns Sache. Ich habe gelesen, heutzutage wird Wein viel zu jung oft schon verkauft. Ich weiß nicht, ob das stimmt. Also früher war Wein wirklich immer älter. Da hat man wirklich Jahre alten Wein getrunken. Heutzutage wird er gemacht und dann wird er auch direkt verkauft mehr oder weniger. Deswegen, naja, gut, das nur so am Rand. Aber wir sind ja Gemeinde von Jesus und jetzt mal so, wie Tobi das letzte Woche gemacht hat, der Vers steht da für uns. Wir sind in der Gefahr zu sagen, das alte schmeckt mir besser, aber wir wollen ja auch, wir wollen ja Bock haben auf neuen Wein. Richtig? Amen. Und wir wollen auch neue Schläuche. Amen. Wir wollen nicht nur neuen Wein, wir wollen auch neue Schläuche und das ist das Herausfordernde, weil der Heilige Geist ist dieser neue Wein, aber wenn das dann nicht in das reinkommt, was wir kennen, dann wird es interessant und dazu nehmt das mit, dazu will ich uns herausfordern. Und das Ermutigende ist, Jesus ist derselbe damals, als er dieses Gleichnis gesagt hat. Ich stelle mir das immer vor, wie Jesus da stand so auf so einer staubigen Straße mit den Pharisäern oder in so einem Kornfeld, wo die den abgepasst haben und Jesus sagt, sagst zu denen, aber Jesus ist derselbe damals, heute und in aller Zeit. Und wenn wir über eine neue Vision reden, wenn wir über die Zukunft reden, dann ist Jesus auch in der Zukunft derselbe, wie er damals war und derselbe, wie er jetzt in diesem Moment ist. Eine der schwierigsten Disziplinen ist wahrscheinlich, dass man wirklich absolut in der Gegenwart lebt. In der Art hat das mal Dietrich Bonhoeffer und vielleicht auch andere gesagt, wirklich in der Gegenwart zu sein und in der Gegenwart zu realisieren. So wie Jesus damals mit den Jüngern geredet hat, so redet er heute immer noch, auch wenn er nicht aus Fleisch und Blut vor uns steht, aber er sagt, ich gehe weg und es kommt jemand, der ist genau wie ich und das ist sogar gut für euch, dass ich gehe, weil dann kann nämlich der Heilige Geist kommen. Und wir wünschen uns vielleicht manchmal, wenn Jesus nur leiblich vor uns stehen würde und würde uns die Sachen sagen, das wäre einfach, das wäre gut, aber Jesus sagt, eigentlich ist es nicht so, wenn ich gehe, ist es besser für euch, weil dann kann der Heilige Geist kommen und der Heilige Geist spricht die Worte von Jesus. Er ist derselbe damals, heute und in Ewigkeit und in Zukunft. Und er ist sehr daran interessiert, dass wir auch loslassen können, was uns hindert und dass wir Neues aufnehmen können. Jesus sagt nichts, der Heilige Geist sagt nichts und sagt dann, jetzt macht das mal, schafft mal die alten Weinschläuche ab, schmeißt mal die alten Klamotten weg, sondern er will wirklich mit uns gemeinsam ausmisten und er will mit uns gemeinsam die Sachen wegwerfen und wegtun, die nicht mehr passen, die für eine Zeit gut waren, aber die nicht mehr passen. Er will das mit uns zusammen machen. Er ist Gott mit uns und er lebt in uns und er ist uns näher als wir denken. Das ist die Wahrheit. Amen.